2015: Leitantrag: Zukunftsaufgaben der BLZK

Antragsteller:
Vorstand der Bayerischen Landeszahnärztekammer

Wortlaut:
Die Vollversammlung möge beschließen:
Folgende Aufgaben der Kammer stehen in der laufenden Amtsperiode im Fokus der Arbeit von Vorstand und Verwaltung:

  1. Die wirtschaftliche und eigenverantwortliche Praxisführung ist auf allen Feldern, insbesondere im Hinblick auf die Fortentwicklung des Honorierungssystems, zu unterstützen.

  2. Entbürokratisierung und Deregulierung sind als zentrale Forderungen gegenüber dem Gesetz- und Verordnungsgeber deutlich und fortwährend einzufordern. Hier sind die Empfehlungen des Normenkontrollrates ein erster Schritt in die richtige Richtung, dem nun auch Taten folgen müssen.

  3. Fort- und Weiterbildung sind Kernaufgaben der zahnärztlichen Selbstverwaltung. Hier ist eine enge Kooperation mit allen anderen zahnärztlichen Organisationen, insbesondere mit den Fachgesellschaften und Berufsverbänden, zielführend.

  4. Patientenberatung ist eine zentrale Kammeraufgabe. Im Gegensatz zu vielen anderen „Anbietern” findet die Beratung auf Kammerebene fachlich kompetent, individuell und qualitätsgestützt statt. Dabei ist die Beratung der Kammer nicht an Restriktionen des Sozialversicherungsrechts gebunden.

  5. Qualitätssicherung der zahnärztlichen Leistung ist eine weitere wichtige Kammeraufgabe, die in Bayern seit vielen Jahren durch Hilfestellung der BLZK bei den Themen Arbeitsschutz, Röntgen und Qualitätsmanagement stattfindet. Diese Leistungen sind weiter auszubauen, um zu gewährleisten, dass die bayerischen Praxen optimal auf Veränderungsprozesse vor allem im gesetzlichen Bereich vorbereitet werden.

  6. Im fortschreitenden Prozess der Digitalisierung wichtiger Abläufe und Prozesse im Rahmen des Behandlungsvertrages und der Praxisführung müssen Datensicherheit und Patientenschutz gewährleistet werden.

  7. Die Gewinnung und Qualifizierung von Praxispersonal müssen an den Erfordernissen der Praxis ausgerichtet bleiben. Dabei sind alle Anstrengungen zu unternehmen, dem bereits bestehenden Fachkräftemangel zu begegnen. Die duale berufliche Bildung ist in allen Bereichen zu optimieren.
  8. Delegation, nicht Substitution, ist der Weg, fachlich kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Behandlungsgeschehen zu integrieren und die Versorgung – auch im Bereich der Alten- und Behindertenzahnmedizin – zu sichern.
  9. Neue Berufsausübungs- und Kooperationsformen müssen sich auch an den Kriterien der EU-Berufsqualifikations- Richtlinie orientieren, wobei dem besonderen Gepräge der Heilberufe in Bezug auf den Gesundheitsschutz der Bevölkerung im Allgemeinen und den Patientenschutz im Besonderen Rechnung zu tragen ist.
  10. Selbstverwaltung wird auf Dauer nur zu erhalten sein, wenn sich genügend Berufsträger finden, die – ehrenamtlich – Verantwortung übernehmen. Daher sind neue Formen der Partizipation zu prüfen, die den Bedürfnissen vor allem der jüngeren Berufsträger Rechnung tragen.

Abstimmungsergebnis:
Einstimmig ohne Enthaltungen angenommen